HARTMANN in Zahlen

HARTMANN auf einen Blick

Die Firmengeschichte von HARTMANN reicht über 200 Jahre zurück. Heute zählen wir zu den führenden Anbietern professioneller Medizin- und Pflegeprodukte und damit verbundener Dienstleistungen auf dem europäischen Markt. Wir sind in 36 Ländern vertreten und vertreiben unser vielfältiges Portfolio an Dienstleistungsunternehmen in über 130 Ländern.

In einer Welt, in der das Thema Gesundheit immer wichtiger wird, bieten wir unseren Kunden Lösungen an, die eine einfache und effektive medizinische Behandlung ermöglichen. Wir sind ehrgeizig und suchen kontinuierlich nach Verbesserungsmöglichkeiten sowohl im professionellen als auch im privaten Anwendungsbereich. Dies wird in unserem Markenversprechen „Hilft. Pflegt. Schützt.“ deutlich. Unser Kernportfolio wird durch ein für den Privatgebrauch vorgesehenes Sortiment an Medizin-, Pflege- und Kosmetikprodukten ergänzt.

2022 beschäftigten wir weltweit über 10.000 Mitarbeitende und erwirtschafteten einen Umsatz von 2,3 Mrd. EUR.

Die HARTMANN-Lösungen

Die Tätigkeiten der HARTMANN GRUPPE werden in Segmenten ausgewiesen: Wundversorgung, Inkontinenzmanagement, Infektionsmanagement und Komplementäre Divisionen der Gruppe, zu denen Kneipp, CMC und KOB gehören.

Wachstum im Segment Wundversorgung

Mit 565,2 Mio. EUR war der Umsatz im Segment Wundversorgung um 72,8 Mio. EUR höher als im Vorjahr. Das organische Umsatzwachstum betrug 12,1 Prozent. Dieses Wachstum ist das Ergebnis einer aktiven Preisstrategie, einer erfolgreichen Weiterentwicklung der fortschrittlichen Wundversorgung und der Erholung der herkömmlichen Wundversorgung unter anderem nach der Coronapandemie.

Die Zahl der Operationen, Praxistermine und Apothekenbesuche stieg vor allem in Europa im Jahresverlauf weiter an, was sich positiv auf die Nachfrage nach Wundpflegeprodukten auswirkte. Vorangetrieben wurde das Wachstum insbesondere durch die neuen Sortimente von silikonbeschichteten und postoperativen Wundauflagen, nicht klebenden Fixierprodukten und den Vivano®-Produkten zur vakuumgestützten Wundbehandlung.

Neben dem deutlichen Umsatzwachstum haben organisatorische Maßnahmen zur Effizienzsteigerung dazu beigetragen, die Profitabilität im Segment Wundversorgung weiter zu steigern. Das bereinigte EBITDA stieg im Berichtsjahr um 14,1 Mio. EUR auf 100,9 Mio. EUR.

Umsatzplus im Segment Inkontinenzmanagement

Der Umsatz im Segment Inkontinenzmanagement lag im Berichtsjahr bei 720,8 Mio. EUR. Das organische Umsatzwachstum von 4,5 Prozent ist auf die infolge gestiegener Kosten notwendigen Preisanpassungen zurückzuführen. Aufgrund der höheren Bettenauslastung stieg zudem das Pflegeheimen zuzuordnende Volumen. Daraus ergibt sich eine höhere Nachfrage nach Inkontinenzprodukten.

Die Sortimente mit besonders starken Umsätzen im Berichtsjahr umfassten sowohl die Unisex-Einweghosen (mit 8,6 Prozent) als auch die vor einigen Jahren erstmals eingeführten geschlechtsspezifischen Einweghosen, die 17,7 Prozent über dem Vorjahreswert lagen, sowie Inkontinenzeinlagen (Steigerung von 5,8 Prozent) und die Vala®-Einmalpflegeprodukte (Steigerung von 9,6 Prozent).

Das Berichtsjahr war von erheblichen Steigerungen der Rohstoff- und Transportkosten geprägt. Kostensenkungsmaßnahmen und Preisanpassungen konnten diese Entwicklungen nur teilweise ausgleichen. So lag das bereinigte EBITDA im Segment Inkontinenzmanagement 2022 mit 68,6 Mio. EUR um 19,3 Mio. EUR unter dem Vorjahresswert.

Segment Infektionsmanagement mit rückläufigen Umsätzen

Das Segment Infektionsmanagement verzeichnete für 2022 einen Umsatz von 557,7 Mio. EUR. Mit –18,8 Prozent stellt dies einen erheblichen Rückgang dar, der vor allem in den Sortimenten Untersuchungshandschuhe und Desinfektionsmittel verzeichnet wurde. Der Nachfragerückgang im Sortiment Untersuchungshandschuhe ist auf den Übergang der Coronapandemie in eine endemische Phase zurückzuführen. Mit den Preisen sanken auch die Umsatzzahlen. Im OP-Bedarf machten sich bei Sets und Abdeckungen durchgesetzte Preiserhöhungen und Volumenzugewinne positiv bemerkbar.

Der deutliche Umsatzrückgang im Segment Infektionsmanagement ist auf den Wegfall der besonderen Umstände, die in den Vorjahren aufgrund der Pandemie herrschten, zurückzuführen. Bedingt durch hohe Lagerbestände bei der Kundschaft sank die Nachfrage insbesondere nach Händedesinfektionsmitteln. Ertragsseitig konnten Preiserhöhungen diese Entwicklung bzw. die gestiegenen Rohstoffpreise nicht ausgleichen.

In diesem Zusammenhang sank das bereinigte EBITDA im Segment Infektionsmanagement um 19,6 Mio. EUR auf 17,8 Mio. EUR.

Rückläufige Ergebnisse im Segment Komplementäre Divisionen der Gruppe

Der Umsatz im Segment Komplementäre Divisionen der Gruppe belief sich 2022 auf 467,9 Mio. EUR. Dies entspricht einer organischen Umsatzsteigerung von 4,4 Prozent. In allen Bereichen führten die erheblichen Kostensteigerungen zu einer rückläufigen Geschäftsleistung. Mit 3,6 Mio. EUR lag das bereinigte EBITDA im Segment Komplementäre Divisionen der Gruppe für das Berichtsjahr deutlich unter dem Vorjahreswert von 28,7 Mio. EUR.

Sowohl die CMC-Gruppe als auch die KOB-Gruppe erzielte ein organisches Umsatzwachstum. Bei CMC geht dies weitgehend auf die gestiegenen Verkaufspreise für Watteprodukte zurück, bei der KOB-Gruppe auf die positive Leistung in Bezug auf Kompressionsverbände. 2022 sah sich die Kneipp-Gruppe mit schrumpfenden Märkten in Europa und einem starken Preisdruck bei Badeprodukten konfrontiert. In dieser Kategorie entschieden sich Verbrauchende zunehmend für günstigere Produkte.

Organisches Wachstum in den Regionen EMEA und APAC sowie Americas

In ihrem Kernabsatzmarkt Deutschland erzielte die HARTMANN GRUPPE im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von 720,4 Mio. EUR. Mit –7,5 Prozent entspricht dies einem moderaten organischen Umsatzrückgang aufgrund einer rückläufigen Nachfrage nach PSA und Desinfektionsmitteln. Der Umsatz in der restlichen EMEA-Region (Europa ohne Deutschland, Naher Osten und Afrika) betrug 1.371,6 Mio. EUR – ein organisches Wachstum von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz in der APAC-Region (asiatisch-pazifischer Raum) belief sich im Berichtsjahr auf 144,8 Mio. EUR. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem organischen Wachstum von 6,1 Prozent. In der Region Americas verzeichnete HARTMANN eine organische Umsatzsteigerung in Höhe von 7,2 Prozent auf 74,8 Mio. EUR.

Im Berichtszeitraum verschob sich das Verhältnis zwischen In- und Auslandsanteil bei HARTMANN leicht zugunsten der Auslandsumsätze: In Deutschland wurden mit 720,4 Mio. EUR 31,2 Prozent des Konzernumsatzes (gegenüber 33,8 Prozent im Vorjahr) erzielt. Somit entfielen 68,8 Prozent auf andere Länder, wo HARTMANN 1.591,2 Mio. EUR umsetzte.

Nach dem pandemiebedingten Anstieg im Vorjahr standen die Preise der wichtigsten Rohstoffe im Berichtsjahr unter dem Einfluss der Folgen des Russland-Ukraine-Kriegs. Der Rohstoff mit dem größten Einkaufsvolumen bei HARTMANN ist Zellulose. Der Preis für Flockenzellstoff stieg bis Juli 2022 kontinuierlich an und stabilisierte sich dann auf einem hohen Niveau von 2.230 USD pro Tonne, bevor er zum Jahresende auf 2.190 USD pro Tonne fiel. Somit lag der Tonnenpreis im Dezember 2022 um 550 USD über dem des Vorjahresendes (1.640 USD). Die Preise für Polymere wie Polyethylen und Polypropylen wurden vom Ölpreis beeinflusst und erreichten 2022 ebenfalls Höchstwerte.

Zugleich unterlagen die Preise starken Schwankungen. Die Polymerpreise stiegen bis zum Beginn des zweiten Quartals kontinuierlich an. Anschließend gab es eine Bewegung in die entgegengesetzte Richtung, mit Preisrückgängen. Diese wurden jedoch durch den US-Dollar, der im Jahresdurchschnitt deutlich stärker war, ausgeglichen, sodass die Anschaffungskosten hoch blieben. Unterstützend wirkten zudem Festpreisverträge sowie entsprechende Sicherungsinstrumente.

Leistungskennzahlen

Die verschiedenen wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen im Geschäftsjahr 2022 hatten einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsleistung der HARTMANN GRUPPE. Insbesondere die höheren Material-, Logistik- und Energiekosten wirkten sich negativ auf alle Segmente aus. Wie geplant leistete das Transformationsprogramm einen spürbaren positiven Beitrag zur Profitabilität des Konzerns. Dadurch wurden die Chancen und Herausforderungen des Gesundheitsmarkts sowie Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung ergriffen.

Neben den Unterbrechungen der Lieferketten sowie dem bestehenden und zusätzlichen infektionsbedingten Personalmangel im Gesundheitswesen beeinträchtigten höhere Kosten die Geschäftsleistung im Berichtsjahr. Durch gezielte Preisanpassungen war HARTMANN in der Lage, diese Entwicklungen teilweise auszugleichen. Die Produkteinführungen im Rahmen des Transformationsprogramms zeigten eine positive Wirkung.

Moderater Umsatzrückgang

Zur Steuerung des Umsatzwachstums und im Sinne einer transparenten Kommunikation verwendet HARTMANN das organische Umsatzwachstum als zentrale Bewertungskennzahl für die Umsatzentwicklung. Insgesamt verzeichnete die HARTMANN GRUPPE im Berichtsjahr mit –0,8 Prozent einen leichten organischen Umsatzrückgang. Dieser war nur geringfügig, da die Preiserhöhungen erfolgreich an die Kundschaft weitergegeben wurden. Zum Zeitpunkt der Prognose im Geschäftsbericht 2021 wurde noch mit einem moderaten Umsatzrückgang gerechnet.

2022 belief sich der Konzernumsatz der HARTMANN GRUPPE über alle Segmente hinweg auf 2.311,6 Mio. EUR. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 0,4 Prozent. Akquisitionen/Desinvestitionen hatten keinen Einfluss auf das Gesamtwachstum der HARTMANN GRUPPE, Währungseffekte betrugen +1,2 Prozent.

Beitrag des Transformationsprogramms zur Profitabilität

Das bereinigte EBITDA betrug im Berichtsjahr 190,8 Mio. EUR (Vorjahr: 240,6 Mio. EUR). Somit lag es an der unteren Grenze der im Geschäftsbericht 2021 veröffentlichten Prognose und innerhalb des im Dezember 2022 konkretisierten Prognosekorridors. Die bereinigte EBITDA-Rendite sank von 10,5 Prozent im Jahr 2021 auf 8,3 Prozent im Berichtsjahr.

Grund hierfür waren in erster Linie die gestiegenen Material- und Frachtkosten, die nur teilweise weitergegeben werden konnten, sowie die höheren Warenbestands- und Lagerhaltungskosten. Das Transformationsprogramm hingegen, das unter anderem Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen vorsieht, trug im Geschäftsjahr rund 40 Mio. EUR zur Profitabilität des Unternehmens bei.

HARTMANN passte im Geschäftsjahr 2022 sein operatives Ergebnis an. Im Zuge der strategischen Fokussierung fielen Restrukturierungskosten in Höhe von 1,6 Mio. EUR an. Diese entstanden im Wesentlichen durch die Produktionsverlagerung im Segment Wundversorgung und durch die Standortoptimierung bei KNEIPP. Sonstige Anpassungen in Höhe von 24,2 Mio. EUR ergaben sich unter anderem aus der Umsetzung digitaler Zukunftsinitiativen (SAP® S/4HANA) und aus anhängigen Rechtsstreitigkeiten aus Sachverhalten vergangener Geschäftsjahre.

EBITDA leicht niedriger als im Vorjahr

Das EBITDA der HARTMANN GRUPPE betrug im Berichtsjahr 165,0 Mio. EUR (Vorjahr: 232,9 Mio. EUR). Das Finanzergebnis sank (von –0,2 Mio. EUR im Jahr 2021) auf –2,8 Mio. EUR. Der Ertragsteueraufwand belief sich im Berichtszeitraum auf 21,1 Mio. EUR, während er 2021 noch bei 38,1 Mio. EUR gelegen hatte. Im Vergleich zum Vorjahr ging das Konzernergebnis um 57,6 Mio. EUR auf 39,5 Mio. EUR zurück.