HARTMANN in Zahlen

HARTMANN auf einen Blick

Die HARTMANN GRUPPE ist ein führender europäischer Anbieter von Systemlösungen für Medizin und Pflege. Medizinisches Fachpersonal und Patienten verlassen sich jeden Tag auf HARTMANNs Produktmarken in den Segmenten Inkontinenzmanagement (u. a. MoliCare®), Wundversorgung(u. a. Zetuvit®, Cosmopor®) sowie Infektionsmanagement (u. a. Sterillium®). Dies bringen wir mit unserem Markenversprechen „Hilft. Pflegt. Schützt.“ zum Ausdruck. Das 1818 gegründete Unternehmen ist mit seinen Produkten und Lösungen in mehr als 130 Ländern präsent.

2025 beschäftigten wir weltweit über 10.000 Mitarbeitende und erwirtschafteten einen Umsatz von 2,45 Mrd. EUR.

Die HARTMANN-Lösungen

Die Tätigkeiten der HARTMANN GRUPPE werden in Segmenten ausgewiesen: Wundversorgung, Inkontinenzmanagement, Infektionsmanagement und Komplementäre Divisionen der Gruppe, zu denen Kneipp, CMC und KOB gehören.

Moderne Wundversorgung bleibt Wachstumstreiber

Im Segment Wundversorgung erzielte HARTMANN im Berichtszeitraum Umsatzerlöse von 623,6 Mio. EUR. Das organische Umsatzwachstum lag bei 2,6 % und basiert in erster Linie auf dem Volumenwachstum in den strategischen Wachstumsbereichen der atraumatischen Verbände rund um Zetuvit® Silicone und Resposorb® Silicone. Dieses lag über dem ausgewiesenen Marktwachstum.

Obgleich auf dem deutschen Heimatmarkt unklare künftige Erstattungsregelungen und in Frankreich regulatorische Einschränkungen das Geschäft belastet haben, blieb der Bereich der modernen Wundversorgung auch 2025 der Wachstumstreiber in diesem Segment. HARTMANN konnte in den USA und Frankreich im Bereich der atraumatischen Verbände Marktanteilsgewinne verzeichnen.

Auf dem europäischen Apothekenmarkt bleibt HARTMANN die Nummer 1 unter den Marken für Wundversorgung. Dabei ist das Unternehmen als Marktführer im Bereich der traditionellen Wundversorgung einem starken Wettbewerbsdruck aus Südostasien ausgesetzt.

Die Vivano®-Produktreihe für die Unterdruck-Wundtherapie ist im Berichtsjahr insbesondere in Frankreich und Osteuropa gewachsen.

Das bereinigte EBITDA sank im Berichtsjahr um 4,5 Mio. EUR auf 105,4 Mio. EUR. Dazu haben vor allem Rückgänge in den Märkten Deutschland und Frankreich sowie anhaltende Investitionen im Wachstumsmarkt USA und in Deutschland beigetragen.

Segment Inkontinenzmanagement verzeichnet profitables Wachstum

Im Segment Inkontinenzmanagement erzielte die HARTMANN GRUPPE im Berichtsjahr Umsatzerlöse von 785,8 Mio. EUR und damit ein organisches Wachstum von 2,8 %.

Das Segment verzeichnete in allen Produktkategorien ein solides organisches Wachstum. Besonders der Bereich der Inkontinenzhosen profitierte von erfolgreichen Produkt-Relaunches und der Einführung der absorbierenden Unterwäsche, MoliCare® Absorbent Underwear. Mit den neuen MoliCare® Lady & Men Einlagen sowie der MoliCare® Mobile Einweghosen konnte HARTMANN insbesondere im Apothekenbereich in Frankreich, der Schweiz und der Tschechischen Republik Marktanteile gewinnen. Zusätzlich trug die medizinische Hautpflege maßgeblich zum Wachstum bei.

Dies führte gegenüber dem Vorjahr zu einer Ergebnissteigerung im bereinigten EBITDA um 9,5 Mio. EUR auf 96,5 Mio. EUR. Dies, obwohl HARTMANN die Investitionen in Marketing, Vertrieb, Digitalprojekte sowie Aufwendungen für Produkteinführungen gezielt erhöht hat.

Umsatzwachstum im Infektionsmanagement

Im Segment Infektionsmanagement verzeichnete HARTMANN im Berichtsjahr einen Umsatz von 537,6 Mio. EUR. Dies entspricht einem organischen Umsatzwachstum von 3,3 %.

Insbesondere der Bereich Flächendesinfektion hatte dabei einen positiven Einfluss: HARTMANN setzte seine erfolgreichen Produktinnovationen (z. B. Bacillol® 30 Sensitive Green und Sterillium® 2in1 Wipes) in einem Wachstumsmarkt erfolgreich in Marktanteile um. Im wachsenden Flächendesinfektionsmarkt in deutschen Apotheken konnte die Nr. 1-Position erzielt werden. Einen positiven Einfluss auf das organische Umsatzwachstum hatten auch die sterilen Komponentensets CombiSet® und MediSet®, insbesondere durch Produktinnovationen für die Orthopädie. Der Preisdruck im Markt blieb im Berichtsjahr weiterhin hoch. Dies gilt insbesondere für das Geschäft mit Untersuchungshandschuhen.

Im Segment Infektionsmanagement lag das bereinigte EBITDA bei 46,3 Mio. EUR und damit 0,6 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert.

Ergebnisverbesserung bei Komplementären Divisionen der Gruppe

Im Segment Komplementäre Divisionen der Gruppe verzeichnete HARTMANN mit Umsatzerlösen von 502,6 Mio. EUR im Berichtszeitraum einen leichten organischen Umsatzrückgang um 0,2 %. Das bereinigte EBITDA in Höhe von 28,7 Mio. EUR übertraf den Vorjahreswert um 11,1 Mio. EUR. Alle Bereiche trugen zu dieser Ergebnisverbesserung bei.

Kneipp konnte seine Umsätze im Berichtsjahr steigern – ein Grund hierfür liegt in der sehr guten Umsatzentwicklung in Deutschland. Auch die KOB-Gruppe verzeichnet gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzplus. Wesentlicher Treiber hierfür war der US-Markt. Bei der CMC-Gruppe verlief die Umsatzentwicklung rückläufig aufgrund von Portfoliobereinigungen.

Umsatzplus auf dem Heimatmarkt

Im Berichtszeitraum erzielte die HARTMANN GRUPPE in ihrem deutschen Kernabsatzmarkt Umsatzerlöse in Höhe von 775,6 Mio. EUR. Dies entspricht einem moderaten organischen Umsatzwachstum von 3,5 % gegenüber dem Jahr 2024. In der Region EMEA (Europa ohne Deutschland, Mittlerer Osten, Afrika) lagen die Umsatzerlöse mit einem organischen Wachstum von 1,3 % gegenüber dem Vorjahr bei 1.436,5 Mio. EUR. In der Region APAC (Asien, pazifischer Raum) erzielte HARTMANN Umsatzerlöse in Höhe von 145,8 Mio. EUR. Im Jahresvergleich entspricht dies einem organischen Umsatzrückgang um 3,3 %. Mit einem organischen Umsatzwachstum von 15,6 % erzielte HARTMANN in der Region Americas Umsatzerlöse in Höhe von 91,6 Mio. EUR.

Leichter Anstieg des Inlandsanteils am Umsatz

Im Berichtszeitraum hat sich das Verhältnis von Umsatzerlösen im In- und Ausland erneut leicht in Richtung Inland verschoben. 775,6 Mio. EUR und damit ein Anteil von 31,7 % am Konzernumsatz entfielen auf Deutschland. Im Vorjahr lag der Anteil bei 31,1 %. Jenseits des deutschen Heimatmarktes erzielte das Unternehmen mit 1.674,0 Mio. EUR 68,3 % des Konzernumsatzes. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 68,9 %.

Weiter hohes Niveau bei Rohstoff- und Energiepreisen

Im Berichtsjahr blieben die Preise für Energie und die für HARTMANN wesentlichen Rohstoffe auf einem unverändert hohen Niveau im Vorjahresvergleich. Durch das Transformationsprogramm konnten Einsparungen bei den Materialkosten erreicht werden.

Ertragslage

Positive Entwicklung in anspruchsvollem Marktumfeld

Die wichtigsten Veränderungen im Marktumfeld von HARTMANN stellen die Marktreduktion wichtiger Segmente dar. Auch aus der Zollpolitik der USA entstanden Mehrkosten. Dennoch hat sich die HARTMANN GRUPPE im Berichtsjahr positiv entwickelt. Ein zentraler Grund hierfür liegt in der erfolgreichen Umsetzung des Transformationsprogramms: Das Unternehmen hat dabei von neu eingeführten Produkten und Lösungen profitiert und auch strukturelle Kostenverbesserungen erzielt. Im Jahr 2025 hat das Transformationsprogramm mit über 50 Mio. EUR erneut einen wesentlichen Beitrag zum bereinigten EBITDA geleistet.

Organischer Umsatz wächst moderat

HARTMANN verwendet im Sinne einer transparenten Kommunikation und für die Steuerung das organische Umsatzwachstum als zentrale Bewertungskennzahl für die Umsatzentwicklung. Das Unternehmen verzeichnete im Berichtsjahr insgesamt ein moderates organisches Umsatzwachstum von 2,2 %.

Über alle Geschäftssegmente hinweg erzielte die HARTMANN GRUPPE im Jahr 2025 einen Konzernumsatz von 2.449,6 Mio. EUR. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von 1,7 %. Währungseffekte haben sich mit -0,2 % und Effekte aus der Desinvestition mit -0,3 % auf das Umsatzwachstum ausgewirkt.

Anstieg des bereinigten EBITDA

Das bereinigte EBITDA dient der HARTMANN GRUPPE als zentrale Steuerungsgröße für die Ertragsentwicklung. Das bereinigte EBITDA bildet das operative Ergebnis vor Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, Wertminderungen/Wertaufholungen sowie Anpassungen/Bereinigungen ab. Letztere beziehen sich auf die Kategorien Restrukturierungsaufwendungen, Gewinne bzw. Verluste aus Desinvestitionen und akquisitionsbezogene Aufwendungen sowie sonstige Anpassungen.

Nach einem Wert von 261,4 Mio. EUR im Jahr 2024 lag das bereinigte EBITDA im Berichtsjahr bei 276,9 Mio. EUR. Die Kennzahl liegt damit sowohl innerhalb des im Geschäftsbericht 2024 benannten Prognosekorridors von 260 bis 300 Mio. EUR als auch innerhalb des im August 2025 angepassten Prognosekorridors von 250 bis 290 Mio. EUR. Die bereinigte EBITDA-Rendite stieg im Jahresvergleich von 10,9 % auf 11,3 %. Dies ist insbesondere auf Innovationsmaßnahmen und Kostenreduktionsprojekte des Transformationsprogramms zurückzuführen.

Das operative Ergebnis ist um Anpassungen bereinigt worden. Für die Summe von Restrukturierungen mit Mindestaufwendungen von einer Million EUR sind Gesamtaufwendungen in Höhe von 10,6 Mio. EUR entstanden. Davon entfallen 5,7 Mio. EUR auf die Produktionsverlagerung nach Polen im Segment Wundversorgung. Zusätzlich sind Anpassungen aus der Veräußerung von Pierre Cattier S.A.S. in Höhe von 18,7 Mio. EUR entstanden, die der Kategorie Gewinne bzw. Verluste auf Desinvestitionen und akquisitionsbezogene Aufwendungen zuzuordnen sind. Darüber hinaus sind Sonstige Anpassungen in Höhe von 16,6 Mio. EUR angefallen – insbesondere im Zusammenhang mit der fortgeführten Migration des IT-Systems SAP auf S/4HANA in Höhe von 11,2 Mio. EUR.

Für das Berichtsjahr beträgt das EBITDA der HARTMANN GRUPPE 231,0 Mio. EUR. Es liegt damit 12,1 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 243,1 Mio. EUR. Das Finanzergebnis liegt im Berichtsjahr bei -15,2 Mio. EUR nach einem Vorjahreswert von -13,2 Mio. EUR. Der Aufwand für Ertragsteuern lag nach 11,4 Mio. EUR im Vorjahr bei 41,1 Mio. EUR. Der gestiegene Steueraufwand beruht im Wesentlichen auf den nicht abzugsfähigen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Veräußerung von Pierre Cattier S.A.S. Im Vorjahr war der Steueraufwand durch die Aktivierung latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge und die Auflösung von Rückstellungen beeinflusst. Im Vergleich mit dem Jahr 2024 ist das Konzernergebnis von 113,7 Mio. EUR auf 65,8 Mio. EUR gesunken.